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Freitag, 3. Februar 2023

FWV BW: Festakt 50 Jahre Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg

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Stuttgart (ots) –

Am 2. Dezember 1972 wurde in Böblingen der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg e.V. gegründet. Er entstand durch den Zusammenschluss der beiden Vorgängerverbände, dem Badi-schen Feuerwehrverband und dem Verband der Feuerwehren in Württemberg und Hohenzollern und vertritt seit nunmehr 50 Jahren die gemeinsamen Interessen der Feuerwehren in ganz Ba-den-Württemberg. Dieses 50-jährige Bestehen, quasi die Goldene Hochzeit der Vorgängerver-bände, wurde im Rahmen eines Festaktes am 3. Dezember 2022 im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart gewürdigt. Die Redner des Festaktes würdigten Entstehung und Entwick-lung sowie Bedeutung und Aufgaben des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg – und der stellvertretende Ministerpräsident, Thomas Strobl, lobte: „Ohne den Landesfeuerwehr-verband wäre das Feuerwehrwesen in Baden-Württemberg nicht da, wo wir aktuell stehen: Ganz weit oben!“. Die rund 250 geladenen Gäste tauschten beim anschließenden Stehempfang ihre Erinnerungen und Anekdoten rund um das Wirken des Landesfeuerwehrverbandes aus.

Begrüßung durch Präsident Dr. Frank Knödler
Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg, Dr. Frank Knödler, begrüßte im Weißen Saal des Neuen Schlosses zahlreiche Wegbegleiter des Landesfeuerwehrverbandes aus Politik, Staat und Verwaltung, aus der Wirtschaft und den Gewerkschaften, den Hilfsorgani-sationen sowie aus den befreundeten Feuerwehrverbänden des In- und Auslandes. „Es ist für mich eine große Freude, Sie alle anlässlich unseres 50-jährigen Bestehens des Landesfeuerwehr-verbandes Baden-Württemberg begrüßen zu dürfen. Fast auf den Tag genau – am 2. Dezember 1972 – schlossen sich vor 50 Jahren in Böblingen der Badische Feuerwehrverband und der Lan-desverband der Feuerwehren aus Württemberg und Hohenzollern zum heutigen Landesfeuer-wehrverband Baden-Württemberg zusammen“, hieß Präsident Dr. Frank Knödler die rund 250 geladenen Gäste willkommen.

Nach dem durchschlagenden Erfolg des Durlacher Pompier-Corps beim Theaterbrand anno 1847 in Karlsruhe, habe es eine breite Gründungswelle von Feuerwehren in Baden und Württemberg nach dem Vorbild des Durlacher Stadtbaumeisters Christian Hengst gegeben. Diese neu gegrün-deten, noch jungen Feuerwehren hätten schnell den Wunsch entwickelt, sich gegenseitig auszu-tauschen – heute würde man sagen eine Informationsplattform ins Leben zu rufen, wo einerseits ein Wissenstransfer in Form von Vorträgen und Präsentationen über den gegenwärtigen Stand der Technik stattfinden kann, aber auch genauso Eingaben gegenüber gesetzgeberischen Staats-organen erarbeitet werden können. „Auf Anregung des Hechinger Kommandanten wurde über den legendären Tübinger Feuerwehrkommandanten, den Werkmeister Haller der Wunsch an Conrad Dietrich Magirus herangetragen, eine Zusammenkunft sämtlicher Feuerwehren Würt-tembergs auszuschreiben“, so der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg weiter. Zehn württembergische Feuerwehren seien anno 1853 diesem Aufruf ge-folgt, was die gegenwärtige Geschichtsschreibung als die Geburtsstunde des Verbandsgedan-kens im Deutschen Feuerwehrwesen wertet! „Im Lichte unseres heutigen Jubiläums dürfen wir mit Fug und Recht behaupten, dass die „zündende Idee der Gründung von Feuerwehrverbänden von Württemberg ausgegangen ist und somit unser heutiger Verband in der Tat deutlich ältere Wurzeln besitzt, als es oberflächlich zu scheinen mag!“, so Präsident Dr. Frank Knödler weiter.

Angesichts der Fülle und hohen Komplexität der heute zu lösenden Aufgaben in unserem Feu-erwehrwesen bedürfe es – bei aller Liebe zur kommunalen Selbstverwaltung – einer zentralen Verbandsplattform, um Meinungen zu bündeln und zu selektieren. Darauf aufbauend berechtig-te Interessen zu artikulieren und diese Interessensbekundungen in den gesetzgeberischen Pro-zess bzw. in staatliches oder kommunales Handeln einzubringen. Die Feuerwehrverbände seien dabei die Interessensvertretungen unserer Feuerwehrangehörigen und kämpften vor allem für bessere Rahmenbedingungen sowohl für das Haupt- als auch für das Ehrenamt! Dabei würden die politischen Entscheidungsträger und die ausführenden Gebietskörperschaften durch den „Transmissionsriemen der Feuerwehrverbände“ miteinander in eine direkte Beziehung gebracht. Dadurch sei es den Verbänden möglich, ihre ureigenen Interessen optimal zu vertreten und auch durchzusetzen. „Um auch künftig unser vorwiegend ehrenamtlich geprägtes und ausgesprochen wirtschaftliches Sicherheitssystem der Freiwilligen Feuerwehr aufrechterhalten zu können, be-darf es starker Interessenvertretungen“, warb Präsident Dr. Frank Knödler. Die Verbände stellten den berühmten „Kitt“ zwischen den Feuerwehren dar, der die heterogene Feuerwehrlandschaft letztlich zusammenhalte und stärke.


Festrede von Willi Dongus, ehemaliger, langjähriger Geschäftsführer des Verbandes
Willi Dongus, der ehemalige, langjährige Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes Ba-den-Württemberg, blickte in seiner Festrede auf Entwicklung und Bedeutung des Landesfeuer-wehrverbandes Baden-Württemberg zurück, dessen Wirken er zwischen 1979 und 2017 – also über einen Zeitraum von 38 Jahren – maßgeblich mitgestaltet hatte.

„Olympische Spiele in München, Deutschland wird Fußball-Europameister, Kanzler Brandt stellt die Vertrauensfrage, mit Apollo 17 fliegen letztmals Menschen zum Mond – der Landesfeuer-wehrverband Baden-Württemberg wird gegründet! Dies alles sind wichtige Ereignisse im Jahr 1972. Heute feiern wir die zuletzt genannte Gründung des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg“, eröffnete Willi Dongus die Festrede.

Nach dem zweiten Weltkrieg sei 1952 das heutige Baden-Württemberg entstanden. Dies habe ebenfalls 1952 zur Gründung der „Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehren in Baden-Württemberg“ geführt, deren Vorsitzender Albert Bürger wurde. Neben der Vertretung der Inte-ressen der Feuerwehren sei Hauptaufgabe dieser Arbeitsgemeinschaft der Bau eines Feuerwehr-heimes und eine gemeinsame Landesfeuerwehrzeitung gewesen, die der Verband als „Brandhil-fe“ bis heute herausgebe. „In ursprünglich großer Einigkeit war geplant worden, bereits beim ersten Landesfeuerwehrtag Baden-Württemberg 1955 in Aalen aus den württembergischen und badischen Verbänden den Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg zu bilden“, so Dongus weiter. Groß sei die Enttäuschung gewesen, als die badischen Vertreter entgegen allen Abspra-chen die Gründung vorerst zurückstellten.

„Die Volksabstimmung 1970 sicherte den Bestand von Baden-Württemberg endgültig. Die Kommunalreform führte zu neuen Gemeinden und Kreisen. Es war also höchste Zeit, erneut über den Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg nachzudenken“, zeigte der ehemalige Ge-schäftsführer die weiteren Entwicklungen auf. Karl Rode, Vorsitzender des Württembergischen Verbandes und Egon Leible, sein Kollege auf badischer Seite warben zusammen mit Albert Bür-ger für die Auflösung der badischen und württembergischen Verbände und für den neu zu bil-denden Landesfeuerwehrverband, der schließlich am 2. Dezember 1972 in der Böblinger Kon-gresshalle gegründet wurde. Zu dessen Vorsitzenden wurde Albert Bürger gewählt.

„Der Landesfeuerwehrverband als solcher ist im Grunde genommen chronisch unterfinanziert und personell unzureichend ausgestattet“, plauderte Dongus aus dem Nähkästchen. Umso be-eindruckender sei die Arbeit des Verbandes in den vergangenen 50 Jahren gewesen. Die erziel-ten Erfolge seien nur durch außerordentlichen Einsatz und vielfältige ehrenamtliche Arbeit mög-lich gewesen. Seit dem 1. Oktober 1979 laufen in der Geschäftsstelle des Verbandes „die Fäden“ der Arbeit des Landesfeuerwehrverbandes zusammen. Sie war zuerst in der Feuerwache Böblin-gen und befindet sich heute in Filderstadt. Seit 1981 wird das Feuerwehrhotel Sankt Florian ebenfalls vom jeweiligen Geschäftsführer betreut. Das Büro der Jugendfeuerwehr ist seit 1993 Teil der Verbandsgeschäftsstelle.
Verbandsarbeit dürfe kein Selbstzweck sein. Sie habe stets die Arbeit der Feuerwehren zu unter-stützen. Und sie habe stets den Menschen zu helfen, die in unseren Wehren ihren unverzichtba-ren Dienst leisten. Albert Bürger habe das 1961 beim 23. Deutschen Feuerwehrtag so ausge-drückt: „Die Fürsorge der Feuerwehrverbände gilt heute vor allem der Erhaltung der Feuerweh-ren, der Wahrung der Freiwilligkeit und der Förderung der Hilfsbereitschaft in denselben“. Die-ser Gedanke sei auch nach über 60 Jahren unverändert aktuell. „Nehmen Sie diesen in Ihre tägli-che Arbeit mit. Zum Wohl des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg und seiner Mit-glieder, den Stadt- und Kreisfeuerwehrverbänden. Und damit zum Wohl der Feuerwehren in un-serem Land. Dem Landesfeuerwehrverband und seinen Einrichtungen wünsche ich genau so viel Erfolg, wie ihm in den vergangenen 50 Jahren beschieden war“, schloss Willi Dongus unter langanhaltendem Beifall seine Festrede.

Ansprache des stv. Ministerpräsidenten Thomas Strobl
„Das Feuerwehrwesen in unserem Land ist sehr gut aufgestellt. Dass das so ist, dafür steht der Landesfeuerwehrverband seit 50 Jahren – vielen herzlichen Dank dafür“, eröffnete der stv. Minis-terpräsident und Innenminister Thomas Strobl seine Ansprache. Ohne den Landesfeuerwehrver-band wäre das Feuerwehrwesen in Baden-Württemberg heute nicht da, wo wir aktuell stehen: Ganz weit oben. Neben der staatlichen Feuerwehraufsicht brauche man auch einen starken Feu-erwehrverband als Sprachrohr und Netzwerk der Feuerwehren. Ein besonderer Dank gelte daher den Mitwirkenden im Landesfeuerwehrverband, die diese Rolle ehrenamtlich übernehmen und hervorragende Arbeit leisten würden.

„Das Feuerwehrwesen in unserem Land ist sehr gut aufgestellt. Maßgeblichen Anteil an der enormen Leistungsfähigkeit der Feuerwehren haben die 120.000 Frauen und Männer, die sich in Baden-Württemberg für die Sicherheit von uns allen einsetzen. Für diese herausragende Leis-tung gilt ihnen Dank und Anerkennung!“ sagte der Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl anlässlich des Festaktes zum 50-jährigen Bestehen des Landesfeuerwehrbandes.

Grußwort des Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Banse
„Es ist mir eine ganz besondere Freude und Ehre, gerade hier bei Ihnen in Baden-Württemberg zum Jubiläum sprechen zu dürfen“, eröffnete DFV-Präsident Karl-Heinz Banse sein Grußwort. Der baden-württembergische Feuerwehrverband mit seinen Vorgängerverbänden sei der Ursprung des Feuerwehrverbandswesens in Deutschland. In Baden-Württemberg war der Ursprung und das ganze habe sich anschließend deutschlandweit ausgebreitet. Dafür könne man nicht genug danken!

„Ich weiß, dass hier in Baden-Württemberg ein guter Verband ist, ein starker Verband, der sehr kameradschaftlich operiert und eine wichtige Säule im Deutschen Feuerwehrwesen darstellt“, führte der DFV-Präsident weiter aus. Der Verband und die baden-württembergischen Feuerweh-ren seien stark und würden überall dort helfen, wo sie gebraucht werden. Sie fahren dafür sogar weit in die Republik hinein und sogar nach Griechenland, wenn es sein muss, um anderen Men-schen in Not zu helfen. Das sei aller Ehren wert.

Schlusswort des Vizepräsidenten, Stefan Hermann
In seinem Schlusswort dankte Vizepräsident Stefan Hermann allen Festrednern sowie Partnern des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg – und besonders der Geschäftsstelle unter der Führung des aktuellen Geschäftsführers, Gerd Zimmermann, für die perfekte Organisation des Festakts 50 Jahre Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg.

Rückfragen bitte an:

Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg e.V.
Gerd Zimmermann
E-Mail: g.zimmermann@fwvbw.de
https://www.fwvbw.de/

Original-Content von: Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg e.V., übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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