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Freitag, 24. Mai 2024

Gehaltsstrategien werden wichtiger – Wie man es als Steuerberater schafft, wettbewerbsfähig zu bleiben

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Speyer (ots) –

Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Automatisierung: Zwar sorgen sie vereinzelt auch in Steuerkanzleien für ein wenig Entlastung – eine nachhaltige Lösung für den Fachkräftemangel sind aber auch sie nicht. Da sich der Wettkampf um die besten Mitarbeiter deshalb weiter zuspitzt, greifen Kanzleien zu immer radikaleren Maßnahmen.

„Ich beobachte immer wieder, wie Steuerkanzleien selbst unerfahrene Bewerber für völlig überzogene Gehälter einstellen, aber gleichzeitig langjährig verdiente Mitarbeiter auf dem Gehaltszettel das Nachsehen haben“, sagt Michael Wohlfart. Aus seiner Zusammenarbeit mit mehr als 200 Kanzleien weiß er jedoch, dass es im Wettbewerb um die besten Fachkräfte von zentraler Bedeutung ist, überdurchschnittliche Gehälter zahlen zu können, ohne dabei das eigene Gehaltsgefüge zu sprengen.

Wie Steuerkanzleien ihre Gehaltsstrategien demnach gestalten sollten und wie sie dauerhaft wettbewerbsfähig bleiben, verrät er nachfolgend.

Warum die Gehälter in den letzten beiden Jahren massiv gestiegen sind

In den vergangenen zwei Jahren sind die Gehälter in Steuerkanzleien massiv gestiegen. Das liegt vor allem an drei Faktoren:

1. Der Fachkräftemangel wirkt sich besonders gravierend aus. Mitarbeiter sind bis auf Weiteres extrem rar – schon jetzt bleibt in vielen Kanzleien Arbeit liegen. Zudem wandern immer mehr Fachkräfte in die Industrie oder Verwaltung ab. Erschwerend kommt hinzu: Wechselwillig sind nur wenige Mitarbeiter, während es gleichzeitig an Nachwuchs mangelt.

2. Die Inflation sorgt für einen beachtlichen Kostenanstieg. Auch das hat einen großen Einfluss auf die Gehälter in der Branche.

3. Nicht zuletzt sind die zahlreichen Recruiting-Agenturen, die in den letzten Jahren sprichwörtlich aus dem Boden geschossen sind, ein Grund für die höheren Gehälter. Denn je mehr solche Agenturen auf Social Media und anderen Kanälen Werbung ausspielen, um neue Talente zu finden, desto stärker werden sich Fachkräfte ihres Wertes bewusst. Das betrifft auch Azubis, die sich eingehend über verschiedene Arbeitsplätze informieren – und dann das beste Angebot annehmen.

Diese drei Faktoren bringen viele Steuerberater letztlich dazu, völlig überzogene Gehaltsforderungen zu bedienen.

Die optimale Gehaltsstrategie für Steuerkanzleien

Es ist grundsätzlich gut, Mitarbeitern ein angemessenes Gehalt zu zahlen. Denn Tatsache ist: Wer als Steuerkanzlei bereit ist, seine Fachkräfte ordentlich zu entlohnen, findet potenziell bessere Mitarbeiter. Außerdem binden sie darüber ihr Personal an die Kanzlei. Das ist insofern wichtig, da jeder Wechsel auch mit Opportunitätskosten einhergeht. Sei es, weil dann Aufträge nicht mehr abgearbeitet werden können oder viel Geld in die Besetzung der neuen Stelle sowie in die anschließende Einarbeitung investiert werden muss. Sinnvoller ist es deshalb, von Beginn an auf solide Gehälter zu setzen.

Gleichzeitig versteht es sich von selbst, dass die höheren Personalkosten nicht zulasten einer dauerhaften Wettbewerbsfähigkeit gehen dürfen. Steuerkanzleien müssen sich so aufstellen, dass die guten Gehälter nicht die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigen. Wie also können sie höhere Gehälter bedienen und gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben?

Honorare anpassen und einen soliden Mandantenstamm aufbauen

Zahlreiche Steuerkanzleien machen immer noch zwei grobe Fehler: Zum einen betreuen sie vielfach Mandanten, die nur wenig zur Wirtschaftlichkeit beitragen. Zum anderen bieten sie ihre Dienstleistungen nach wie vor zu günstig an. Immer noch kursiert der Gedanke in der Branche, dass bei Erhöhung der Honorare Mandanten abspringen. Das ist allerdings ein Fehldenken. Kündigungen in Folge von Honorarerhöhungen sind inder Praxis selten zu beobachten und selbst wenn: Vielleicht gehen Mandanten, die die höheren Honorare nicht zahlen wollen – dafür kommen aber neue, die bereit sind, für exzellente Leistungen auch entsprechende Preise zu zahlen. Auf lange Sicht ist dies ein unumgänglicher Schritt, um wettbewerbsfähig zu bleiben und dem eigenen Personal höhere Gehälter und sogar Boni zu zahlen.

Finanzielle Grenzen zu setzen bleibt dennoch unabdingbar

Bei all den Bemühungen, das Personal an die Steuerkanzlei zu binden, sollte die Kanzleileitung dennoch nicht den Bezug zur Realität verlieren. Man muss nicht allen Forderungen nachkommen, vor allem nicht, wenn sie im Vergleich zur Position oder Leistung ungerechtfertigt sind. Für eine bessere Vergleichbarkeit und Transparenz sollten Steuerkanzleien deshalb ein klares System etablieren, nachdem Gehälter klassifiziert werden. Daran können sich dann alle orientieren, auch in Bezug auf Gehaltserhöhungen. Wenn jeder Mitarbeiter die Kriterien kennt, die ein Gehalt bestimmen, sorgt das außerdem für Gleichberechtigung unter den Mitarbeitern. Denn es gibt nichts Fataleres, als Mitarbeiter X bei gleicher Leistung eine andere Gehaltserhöhung als Mitarbeiter Y zu geben. Indem Steuerkanzleien also zunächst an ihrem eigenen Fundament arbeiten, können sie auf lange Sicht auch attraktive Gehälter ermöglichen – und somit gutes Personal an sich binden.

Über Michael Wohlfart:

Michael Wohlfart ist Kanzleiberater und – gemeinsam mit Bastian Schoder – einer der beiden Geschäftsführer der Kanzleibooster GmbH. Die Experten unterstützen zusammen mit ihrem Team Steuerberater dabei, ihre Kanzlei entspannter zu führen, ohne hierfür mehr Personal einstellen zu müssen. So haben sie bereits über 200 Kanzleien dabei geholfen, die Kanzleileitung deutlich zu entlasten, die Produktivität zu steigern und die Mandantenstruktur signifikant zu verbessern. Mehr Informationen dazu unter: https://kanzleibooster.de/

Pressekontakt:
Kanzleibooster GmbH
Michael Wohlfart und Bastian Schoder
E-Mail: [email protected]
Webseite: https://kanzleibooster.de/

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