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Sonntag, 14. Juli 2024

LKA-BW: Das Szenario eines chemischen und bioterroristischen Anschlags: Spezialisten des Kriminaltechnischen Instituts des Landeskriminalamts Baden-Württemberg üben den Ernstfall

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Stuttgart (ots) –

Ein Versanddienstleister meldet verdächtige Bestellungen nach dem Ausgangsstoffgesetz. Es ist Eile geboten. Kräfte der Polizei überprüfen die verdächtige Person und deren Wohnung. Schnell ist klar, dass die Kräfte sich mitten in einem Labor befinden. Der Verdächtige experimentierte offensichtlich mit Explosivstoffen sowie improvisierten chemischen und biologischen Kampfstoffen. Jetzt gilt es, die Sprengvorrichtungen zu entschärfen, die eingesetzten Kampfstoffe schnell und beweissicher zu detektieren und Abwehrmaßnahmen einzuleiten.

Dieses fiktive aber realistische Szenario ist Ausgangslage einer Übung vom 15. bis17. Mai 2023 in Böblingen. Spezialisierte Einheiten des Kriminaltechnischen Instituts (KTI) des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg (LKA BW) werden die Bewältigung von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen (CBRN) Einsatzlagen üben. Bei den rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind auch Einsatzkräfte der Bundespolizei, des Robert Koch-Instituts und des Landesgesundheitsamtes mit von der Partie.

„Mit Blick auf die aktuelle Bedrohungslage sind mögliche terroristische Anschläge mit CBRN-Kampfstoffen – auch hier in Baden-Württemberg – leider nicht mehr reine Fiktion, sondern traurige Realität“, sagt Andreas Stenger, Präsident des LKA BW. Es liege auf der Hand, dass dieses Zusammenspiel der spezialisierten Einheiten regelmäßig geübt werden müsse. „Auch, wenn wir alle hoffen, dass der Ernstfall niemals eintritt“, betont Stenger. „Die Bewältigung von Einsatzlagen im Zusammenhang mit CBRN-Stoffen

erfordert ein sofortiges behördenübergreifendes operatives Vorgehen am Ereignisort sowie die Untersuchung kontaminierter Asservate in Sicherheitslaboren“, sagt Stefan Knapp, stellvertretende Leiter des KTI und Einsatzleiter der Übung. „Den spezialisierten Einheiten des KTI kommt dabei eine wesentliche Bedeutung in der Terrorismusbekämpfung des Landes zu“, so Knapp.

Dem LKA BW obliegt als zentrale Stelle innerhalb der Polizei Baden-Württemberg die Federführung bei bioterroristischen und terroristischen Straftaten. Ferner verfügt das LKA BW über Expertise in der CBRNE-Gefahrstoffanalytik, der kriminaltechnischen Spurenanalytik, der Tatortarbeit im kontaminierten Einsatzraum sowie der Untersuchung und Entschärfung von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) mit CBRN-Beiladungen. Ein besonderer Fokus liegt bei dieser Übung liegt auf der Feinjustierung der Zusammenarbeit der verschiedenen Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen der Gefahrenabwehr und Strafverfolgung. Die Übung reiht sich damit in die bereits bestehenden fachlichen, personellen und materiellen Vorkehrungen des LKA BW ein, um in CBRNE-Gefahrenlagen die Einleitung von Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr und eine spätere Beweiserhebung für strafprozessuale Zwecke zu ermöglichen.

Rückfragen bitte an:

Landeskriminalamt Baden-Württemberg
Leiter Pressestelle / Pressesprecher
Kriminaloberrat David Fritsch
E-Mail: [email protected]
Telefon: 0711 / 5401-2044

Original-Content von: Landeskriminalamt Baden-Württemberg, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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