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Donnerstag, 7. Juli 2022

POL-HfPolBW: Mit Professor Dr. Andreas Nachbaur wurde an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg innerhalb von vier Wochen der dritte langjährige Dozent in den Ruhestand verabschiedet

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Villingen-Schwenningen (ots) –

Nach dem Leitenden Kriminaldirektor Jochen Schröder und dem Psychologie-Professor Dr. Harald Fiedler tritt nun der in Bad Dürrheim wohnhafte Professor Dr. Andreas Nachbaur nach 28-jähriger Lehr- und Forschungstätigkeit an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg zum 1. April 2022 in den wohlverdienten Ruhestand.

Nach seinem Wehrdienst bei der Bundesmarine studierte der gebürtige Ravensburger an den Universitäten Tübingen und Freiburg zunächst Altphilologie, dann Rechts- und Politikwissenschaften. 1985 absolvierte er das 1. juristische Staatsexamen, nach dem Referendariat schloss er das Studium 1988 mit dem 2. juristischen Staatsexamen ab und arbeitete fortan als Rechtsanwalt in einer Ravensburger Rechtsanwaltskanzlei. Berufsbegleitend war er ab 1990 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Konstanz am Lehrstuhl Hailbronner angestellt, wo er 1994 mit einer Doktorarbeit zum Europarecht summa cum laude promoviert wurde. Im selben Jahr noch folgte er dem Ruf als Professor für Rechtswissenschaften an die Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen. Dr. Nachbaur lehrte die Studierenden in den vielen Jahren seines Wirkens gleich in mehreren rechtswissenschaftlichen Fächern: Staats- und Verfassungsrecht, Europarecht, Allgemeines Verwaltungsrecht, Polizeirecht und Versammlungsrecht. Sein Forschungsschwerpunkt lag in den letzten Jahren verstärkt im Polizeirecht. Im Jahr 2020 wurde er aufgrund seiner fachlichen Expertise vom Landtag Baden-Württemberg als Sachverständiger zum Entwurf des neuen baden-württembergischen Polizeigesetzes bestellt und referierte dazu im Rahmen der parlamentarischen Anhörung im Innenausschuss des Landtags. 2021 leistete er selbiges für einen Änderungsentwurf des Thüringer Polizeigesetzes. Seine beeindruckende Veröffentlichungsliste weist eine Vielzahl fachlicher Publikationen insbesondere zum Polizei- und Europarecht auf, unter anderem ist er auch Mitautor des Beck-Onlinekommentars zum baden-württembergischen Polizeigesetz.
Besonders am Herzen lagen dem rührigen Professor die von ihm schon in den 1990-er Jahren initiierten Kooperationen mit den zentralen Ausbildungseinrichtungen der katalanischen Polizei „Mossos d`Esquadra“ in Barcelona, der baskischen Polizei „Ertzaintza“ in Arcaute/Bilbao und der spanischen „Policia Nacional“ in Avila. Über viele Jahre organisierte er Studienfahrten und begleitete seine Studiengruppen in diese Einrichtungen. Ermöglicht wurden von ihm darüber hinaus Praktika für die baden-württembergischen Studierenden bei der katalanischen Polizei. Auch fanden zahlreiche Gegenbesuche statt, sowohl Policias der spanischen Nationalpolizei als auch Ertzainas der baskischen Polizei haben mehrwöchige Praktika in der baden-württembergischen Polizei absolviert.
Über viele Jahre veranstaltete er für die Polizei-Studierenden zusätzlich Seminare zu den Themen „Deutsch-Französische Polizeizusammenarbeit“ sowie „Europarecht für die Polizei“. Ein besonderes Highlight war bis zuletzt sein regelmäßig im Sommersemester angebotenes Seminar „Bodenseerecht – ein juristischer Spaziergang am und auf dem See“. Schmunzelnd erzählt Dr. Nachbaur im Rahmen seiner Verabschiedung, „ein Rechtsgebiet Bodenseerecht gibt es natürlich gar nicht, aber die Veranstaltung war bei den Studierenden trotzdem sehr beliebt – möglicherweise wegen der damit verbundenen Exkursionen zu verschiedenen „Dienststellen mit Schiff“, beispielsweise der Wasserschutzpolizei, dem Schifffahrtsamt in Konstanz, dem Zoll in Friedrichshafen oder der Schweizer Seepolizei in Kreuzlingen, vielleicht auch wegen des regelmäßigen Abschluss-Törns auf der „Wappen von Danzig“, dem Flaggschiff der Segelschule Überlingen.“
Über seinen Abschied aus dem aktiven Dienst bleibt Dr. Andreas Nachbaur nicht viel Zeit nachzudenken: Im Oktober 2021 wurde seine Gattin, die SPD-Politikerin Derya Türk-Nachbaur, als Abgeordnete für den Wahlkreis Schwarzwald-Baar in den Deutschen Bundestag gewählt. Somit wurde der fünffache Vater und mittlerweile vierfache Opa quasi „über Nacht“ zum Familien- und Heimmanager. Zwei seiner Kinder sind noch schulpflichtig. Er unterstützt seine Gattin tatkräftig: Ein modernes Musterbeispiel für die Gleichstellung von Mann und Frau in Familie und Beruf. Die ihm hierdurch ganz neu zugewachsenen Aufgaben werden seinen Ruhestand mit Gewissheit ausfüllen, sagte Dr. Nachbaur im Rahmen seiner Verabschiedung, die Martin Schatz, Präsident der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg im Rahmen einer kleinen Feierstunde vornahm. Dieser dankte ihm für seine langjährige Tätigkeit an der Hochschule für Polizei und wünschte ihm für den anstehenden Ruhestand alles Gute und noch viele gesunde, glückliche Jahre.

Rückfragen bitte an:

Hochschule für Polizei Baden-Württemberg
Herr Sebastian Tanski
Telefon: 07720 309-2303
E-Mail: villingen-schwenningen.hfp.oe@polizei.bwl.de

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Quelle: ots

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