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Freitag, 9. Dezember 2022

POL-LB: Führungskräfte des Polizeipräsidiums Ludwigsburg zu Gast in der ehemaligen Synagoge in Freudental

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Ludwigsburg (ots) –

Eine auf den ersten Blick ungewöhnlich hohe Polizeipräsenz war am vergangenen Mittwochmorgen in Freudental zu verzeichnen, als 38 Beamtinnen und Beamte des Polizeipräsidiums Ludwigsburg bei der ehemaligen Synagoge in der Strombergstraße eintrafen. Hintergrund war jedoch glücklicherweise keine Einsatzlage, sondern eine geplante Informationsveranstaltung beim „Pädagogisch-Kulturellen Centrum Ehemalige Synagoge Freudental e.V.“ Der Bönnigheimer Bürgermeister Albrecht Dautel begrüßte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Vereins die Delegation der Ludwigsburger Polizei.
„Die Polizei wird im täglichen Dienst mit vielfältigen gesellschaftlichen, kulturellen und auch religiösen Themen konfrontiert. Dabei geht es nicht immer nur um friedlichen Diskurs, sondern leider auch um Hass, Hetze oder sogar Gewalt“, so Polizeivizepräsident Frank Spitzmüller in seiner Rede zum Auftakt der Veranstaltung. „Der Antisemitismus stellt dabei zweifellos das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte dar. Aber auch heute müssen sich Menschen jüdischen Glaubens noch immer mit Anfeindungen oder gar gewalttätigen Übergriffen auseinandersetzen. Für uns bedeutet das: Mutiges Einschreiten gegen Vorurteile und Ausgrenzung, egal ob verbal oder tätlicher Art.“ Grund genug für die Führungskräfte des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, sich näher über die jüdische Kultur, Religion und das Leben jüdischer Gemeinden zu informieren, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Hierzu war Polizeirabbiner Shneuer Trebnik aus Ulm nach Freudental gereist, um sich mit den Polizistinnen und Polizisten auszutauschen. Durch solche Begegnungen wolle Trebnik Berührungsängste im Umgang mit jüdischen Personen abbauen. „Sie haben vielleicht eine andere Kultur und Religion, sind aber trotzdem ganz normale Menschen“, so Shneuer Trebnik im Rahmen seines Vortrags. Anfeindungen habe er selbst bereits erlebt, aber er habe trotzdem keine Angst und fühle sich persönlich in Deutschland sicher. Abschließend fasste er zusammen: „Angehörige jüdischer Gemeinden wirken vielleicht ein bisschen komisch und anders, als man es hier kennt. Aber Sie werden sehen: Wir können trotzdem miteinander kommunizieren und in Frieden in unserem Rechtsstaat zusammenleben“.
Der Besuch war der Auftakt für das Polizeipräsidium Ludwigsburg als teilnehmende Dienststelle im landesweiten Pilotprojekt „Strategiepatenschaft für Demokratie und Toleranz“, das durch das Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Baden-Württemberg (konex) initiiert wurde. Ziel des Projekts ist es, das freiheitlich-demokratische Selbstverständnis innerhalb der Polizei durch Vorträge, Workshops, Exkursionen oder Fachtage auf regionaler Ebene weiter zu fördern. Neben Ludwigsburg beteiligen sich auch die Polizeipräsidien Heilbronn, Karlsruhe, Mannheim und Stuttgart an dem Projekt.

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Ludwigsburg
Telefon: 07141 18-9
E-Mail: ludwigsburg.pp.sts.oe@polizei.bwl.de

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Original-Content von: Polizeipräsidium Ludwigsburg, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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