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Mittwoch, 1. Februar 2023

Todesfalle Discounter? Warum kein Feuerwehrmann einen brennenden Netto betreten würde

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Düsseldorf (ots) –

Am späten Montagabend stand die Netto-Filiale im Berliner Ortsteil Köpenick plötzlich in Flammen. Die Einsatzkräfte löschten den Brand bis in die frühen Morgenstunden. Die große Gefahr bei Discountern wie Netto: Die Dächer leisten kaum bis keinen Feuerwiderstand.

„Im Brandfall kann es dabei jederzeit zum Einsturz kommen – das Risiko eines Inneneinsatzes ist demnach schlichtweg zu hoch“, sagt Donato Muro. Als Sicherheitsingenieur entwickelt er ganzheitliche Sicherheitskonzepte für Unternehmen und weiß deshalb, was den Gebäudeaufbau von Discountern häufig unsicher macht. In diesem Artikel nimmt er die Geschehnisse in der Berliner Netto-Filiale unter die Lupe und erklärt, was einen Feuerwehreinsatz im Innenraum so gefährlich macht.

Flachdächer sind bei Discountern die Regel

Viele Menschen registrierten zuletzt mit Erstaunen, dass die Feuerwehr den Brand einer 1.000 Quadratmeter großen Discounter-Filiale in Berlin-Köpenick zwar von außen zu löschen begann – jedoch bis zuletzt kein einziger der 109 eingesetzten Feuerwehrleute das brennende Gebäude betrat. Für Brandschutzexperten ist dies jedoch wenig überraschend.

Vielen Discounter-Kunden ist nicht bewusst, dass die schnell aufgebauten Märkte im Brandfall zur echten Falle werden können. Grund ist die filigrane Dachkonstruktion dieser Gebäude: Um Zeit und Kosten zu sparen, sind die Dächer der meisten Discounter flachgeneigt ausgeführt und haben eine große Spannweite. Die Hitze des Feuers kann diese Dachkonstruktion jedoch schnell in ihrer Statik beeinträchtigen – in der Folge kann diese Art Gebäude schon nach wenigen Minuten einstürzen

Gefahr für die Einsatzkräfte

Zudem ist erfahrenen Sicherheitsingenieuren ein weiteres problematisches Detail dieser in einheitlicher Bauweise errichteten Filialen bekannt: In tausenden Märkten sind in den Dachstühlen sogenannte Nagelplattenbinder verbaut. Sie bestehen im Wesentlichen aus Holz und halten im Normalfall die filigranen Holzstreben zusammen. Im Brandfall geben diese Bauteile jedoch schnell nach und verformen sich. In der Folge kann in einer Kettenreaktion das gesamte Flachdach einstürzen.

Zwar geben die Feuerwehren an, im Ernstfall ein solches Gebäude zur Rettung von eingeschlossenen Personen zu betreten – die Einsatzkräfte würden sich selbst dabei jedoch großen Gefahren für Leib und Leben aussetzen

Sicherheitsingenieure kennen die Ursachen

Des Weiteren ist der jüngste Brand einer Discounter-Filiale in Berlin leider kein Einzelfall. In den letzten Jahren kam es auch bei anderen Märkten zu vereinzelten Bränden – mit ähnlichen Folgen. Auch hier sahen sich die örtlichen Feuerwehren deshalb gezwungen, mit äußerster Vorsicht vorzugehen und auf einen Innenangriff zu verzichten.

Die Discounter-Unternehmen werden daher vermutlich bald eine Änderung ihrer Konstruktionen in Erwägung ziehen. Hätten die beteiligten Firmen jedoch frühzeitig die Bedenken von Experten aus dem Brandschutzingenieurwesen zur Kenntnis genommen, wäre das Grundproblem dieser Dachkonstruktionen wohl vermeidbar gewesen.

Über Donato Muro:

Donato Muro hat Kompetenzen in den Bereichen Sicherheits- und Brandschutzingenieurwesen und in der Chemie. Zudem ist er studierter Jurist und angehender Arbeitspsychologe. Mit seiner Expertise steht Donato Muro seinen Kunden vollumfänglich zur Seite. Zu den Kunden des Inhabers mehrerer Firmen zählen vor allem Konzerne in der Industrie – also Unternehmen, bei denen Arbeitsschutz über ergonomische Schreibtischstühle hinausgeht. Weitere Informationen finden Sie unter: https://sicherheitsingenieur.nrw/

Pressekontakt:
SicherheitsIngenieur.NRW
Donato Muro
E-Mail: d.muro@sicherheitsingenieur.nrw
Webseite: https://sicherheitsingenieur.nrw/

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